Die 7 besten Preisstrategien für deinen Webshop

Die Wahl der richtigen Preisstrategie bestimmt über den Erfolg deines Webshops. Finde heraus, welches Preismodell am besten zu deinem Business passt.

Von: Elsier Otachi
31. Januar 2024
15 Minuten lesen
Die 7 besten Preisstrategien für deinen Webshop

Deine Preisstrategie entscheidet maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg deines E-Commerce-Geschäfts. 

Bei höheren Preisen verlassen die Kunden schnell ihren Warenkorb und verabschieden sich zur Konkurrenz. Bei zu niedrigen Preisen schadest du deiner Glaubwürdigkeit, deinem Image und deiner Gewinnmarge. 

Für beste Umsätze müssen deine Preise genau das richtige Maß treffen. Da jeder Webshop einzigartig ist, gibt es dafür leider keine einfache Formel.

Erfahre in diesem Leitfaden...

  • was eine Preisstrategie ist,
  • warum sie so wichtig ist,
  • welche bewährten Preisstrategien es gibt und
  • wie du eine für deinen Webshop entwickelst.

Was ist eine Preisstrategie?

Eine Preisstrategie ist der Ansatz, mit dem du die Preise für deine Produkte oder Dienstleistungen festlegst. Mit der richtigen Preisgestaltung gewinnst du neue Kunden und maximierst deine Gewinnspanne – das ultimative Ziel eines jeden Unternehmens. 
Deine Preisstrategie beeinflusst auch andere Faktoren, darunter:
  • dein Markenimage und deinen Ruf: Fast alleKunden vergleichen vor einer Kaufentscheidung die Preise. Sie suchen nicht nur nach dem günstigsten Angebot, sondern beurteilen anhand der Preisunterschiede gleichzeitig den Ruf und das Image der Marke.
  • deinen Wert und deine Qualität: Der Preis hat in der Regel Einfluss darauf, was Kunden über die Qualität und den Wert eines Produktes denken. Wenn du beispielsweise deine Mitbewerber unterbietest oder häufig Rabatte anbietest, könnten die Käufer denken, dass dein Produkt aufgrund seiner geringen Qualität günstiger ist.
  • deinen Markenaufbau und deine Kundenbindung: Der Preis, den du für dein Produkt oder deine Dienstleistung festlegst, hat eine tiefere Bedeutung für den Markenaufbau und die Kundenbindung. Wenn dein Angebot günstig ist, könnten Kunden es als gutes Preis-Leistungs-Verhältnis einstufen und dir dadurch die Treue halten. Schlecht gestaltete Preise können hingegen zu Unentschlossenheit im Kaufprozess führen. 
Um den optimalen Preispunkt zu finden, musst du Verbrauchertrends und Marktnachfrage in Einklang bringen. Um dieses Gleichgewicht zu erreichen, solltest du diese Faktoren berücksichtigen:
  • deine Geschäftsziele
  • die Bedürfnisse deiner Kunden und ihre Zahlungsbereitschaft
  • die Marktbedingungen 
  • die Attraktivität und Langlebigkeit deines Angebots
  • deine Kosten (fix und variabel)
  • die Aktionen deiner Wettbewerber
  • dein Umsatz und dein Gewinn
Je nach deinem Produkt, deiner Dienstleistung und deiner Branche kann es schwierig sein, eine faire und profitable Preisstrategie zu entwickeln. Deine Preise spiegeln möglicherweise nicht immer den Aufwand für die Herstellung oder Bereitstellung des Produkts oder der Dienstleistung wider. 
Du benötigst ein flexibles und skalierbares Preismodell, das ...
  • Kunden anzieht und einen Mehrwert bietet,
  • mit Wettbewerbern konkurriert und
  • einen Gewinn für dein Unternehmen erwirtschaftet.

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Welche Preisstrategien gibt es?

Clevere Unternehmer investieren den Großteil ihrer kreativen Energie, um profitable E-Commerce-Geschäftsideen zu identifizieren und anschließend verkaufsfähige Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. 
Doch bevor du mit dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen beginnen kannst, musst du zuerst deren Wert ermitteln. 
Es gibt Dutzende Preismodelle, mit denen du die optimalen Preise für deine Angebote festlegen kannst. Nachfolgend findest du einen Überblick über die 7 besten Preisstrategien für Webshops.

1. Wertorientierte Preisgestaltung

Die wertorientierte Preisgestaltung ist ein Preismodell, das sich an den Kundenerwartungen orientiert. Es geht darum, einen Preis festzulegen, von dem du denkst, dass Kunden ihn für dein Produkt oder deine Dienstleistung zahlen würden. Bei dieser Methode werden Aspekte wie die Markenwahrnehmung, Gewinnmargen und der Wettbewerb berücksichtigt.
Luxusmarken und Anbieter einzigartiger Produkte wie Technologie, Kosmetik, Sammlerstücke und Mode nutzen häufig eine wertorientierte Preisstrategie. Kunden schätzen den immateriellen Wert solcher Produkte hoch ein und zahlen exorbitante Aufschläge, um sie als Statussymbol zu besitzen und von den Vorteilen zu profitieren. 
„Ich habe verschiedene Preismodelle angewandt, weil ich den Markt und den Wert unseres Produkts gut kenne“, erzählt Jonathan Brown, CEO von JB Brown und Gründer von Dealflow Brokerage. „Ich habe zum Beispiel unsere Preise nach dem Wert festgelegt, den die Kunden sehen. So konnten wir uns auf dem gesättigten E-Commerce-Markt gut positionieren. Der Schlüssel dafür war, viel Marktforschung zu betreiben. Wir haben Umfragen durchgeführt und die Konkurrenz analysiert, um herauszufinden, wie viel die Kunden bereit waren zu zahlen und wie sich die Preise auf die Nachfrage auswirkten.“
Im Vergleich zu anderen Preismodellen führt die wertorientierte Preisgestaltung in der Regel zu höheren Preispunkten oder Aufschlägen und einem erhöhten oder verstärkten Markenwert.
Beispielsweise basieren die Produktpreise von Apple auf seinem starken Ökosystem von Software- und Hardware-Integration, eleganten Designelementen und der Vertrautheit der Kunden mit iOS und macOS. 
Quelle: Apple
Auch die Luxusmodemarke Louis Vuitton nutzt das wertbasierte Preismodell für ihre Handtaschen und andere Luxusprodukte. Die Kunden von Louis Vuitton sind aufgrund des wahrgenommenen Luxus, der Exklusivität und der sozialen Vielseitigkeit der Marke bereit, den hohen Preis für eine Tasche zu zahlen.
💡Eine wertorientierte Preisgestaltung ist ideal, wenn:
  • dein Produkt oder deine Dienstleistung sich in ihrer Qualität von der Konkurrenz unterscheidet,
  • du einen treuen Kundenstamm hast oder
  • deine Kunden glauben, dass deine Marke und deine Angebote prestigeträchtig, kulturell relevant oder exklusiv sind.

2. Wettbewerbsfähige Preisgestaltung

Bei der wettbewerbsfähigen Preisgestaltung handelt es sich um eine einfache und risikoarme Preisstrategie, bei der die Preisdaten der Wettbewerber als Maßstab für den wahrgenommenen Wert von Produkten durch die Kunden herangezogen werden. 
Unternehmen, die auf den Preis angewiesen sind, um Kunden zu gewinnen, verkaufen häufig Massenprodukte wie Milch und Brot, die sich kaum unterscheiden, oder sie sind in stark gesättigten oder konkurrierenden Märkten tätig.
Ein gutes Beispiel für wettbewerbsfähige Preise sind die ständigen Preiskämpfe zwischen führenden Lebensmitteleinzelhändlern wie Aldi, Rewe, Edeka und Lidl. 
Eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung kann schwierig aufrechtzuerhalten sein, insbesondere für kleine Einzelhändler oder Unternehmen, die handgefertigte Produkte aus teuren Rohstoffen verkaufen, die wenig Kontrolle über ihre Einkaufskosten haben.
💡Eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung ist ideal, wenn:
  • deine Produktionskosten niedrig sind und
  • du preissensible Kunden an dein Unternehmen binden willst.

3. Abschöpfungspreisstrategie

Die Abschöpfungspreisstrategie ist eine ideale Strategie, um kurzfristig höhere Gewinne einzustreichen
Bei diesem Modell bringen Unternehmen ihr Produkt zu einem höheren Anfangspreis auf den Markt, um bei geringer Konkurrenz mehr Umsatz zu erzielen. Sobald die Nachfrage der ersten Kunden befriedigt wurde und mehr Wettbewerber auf den Markt kommen, senken sie den Preis sukzessive. 
Die Abschöpfungspreisstrategie weckt das Interesse von Early Adopters oder Trendsettern, die andere zum Kauf bewegen und so den langfristigen Umsatz steigern können. Darüber hinaus erhalten Unternehmen ein gewisses Maß an finanzieller Sicherheit, da sie die Kosten für die Entwicklung des Produkts oder der Dienstleistung herausholen können.
Wenn du ein bahnbrechendes Produkt hast, kannst du als Pionier auf dem Markt von einer Preisabschöpfungsstrategie profitieren.
Ein Beispiel: Der Handtaschenhändler Kate Spade verlangt einen hohen Einführungspreis für seine Luxushandtaschen. Danach bietet die Marke Sonderangebote und andere hohe Rabatte für preisbewusste Käufer an. Auf seiner Website zeigt das Unternehmen sowohl den Originalpreis als auch den niedrigeren Preis an.
Quelle: Kate Spade
Preisabschöpfung funktioniert auch bei B2C-Marken, die auf schnelllebige Trends setzen. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Rentabilität maximieren, bevor das Verbraucherinteresse nachlässt. 
Es gibt jedoch einige Umstände, unter denen eine Preisabschöpfung für ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht optimal ist, wie beispielsweise:
  • wenn viele Konkurrenten bereit sind, deinen hohen Preis zu unterbieten,
  • wenn dein Unternehmen neu in der Branche ist, keinen etablierten Kundenstamm hat und wenig Aufsehen erregt,
  • wenn dein Kundenstamm nicht vom Produkt begeistert ist.
💡Eine Preisabschöpfungsstrategie ist sinnvoll, wenn:
  • du bahnbrechende Pionierprodukte ohne Wettbewerber im Angebot hast,
  • sich dein Angebot an Early Adopters und Trendsetter als Zielgruppe richtet, die bereit sind, für Neuheiten mehr zu zahlen oder
  • du schnelllebige Trendprodukte anbietest.

4. Penetrationspreisstrategie

Bei der Penetrationspreisstrategie, oder auch Marktdurchdringungspreisstrategie, geht es darum, ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung zu niedrigeren Anfangspreisen als die Konkurrenz anzubieten, um so die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen. 
„Als ich mein Unternehmen gründete, nutzte ich Penetrationspreise und attraktive Niedrigpreise“, erzählt Kathy Bennett, CEO und Gründerin des Verpackungsunternehmens Bennett. „Ich entschied mich für diese Strategie, nachdem ich die Situation meines Unternehmens analysiert hatte. Wir befanden uns in einem wettbewerbsintensiven Markt, der von Branchenriesen dominiert wurde, die starke Beziehungen zu ihren Kunden und einen guten Ruf hatten. Meine Zielgruppe brauchte einen guten Grund für einen Anbieterwechsel. Dank dieser Strategie konnte ich mein Unternehmen von einem Startup zu einem Branchenführer ausbauen“.
Mit einer Penetrationspreisstrategie können neue Unternehmen von anderen etablierten Konkurrenten ablenken und so auf einem Markt Fuß fassen. Und du kannst einen größeren Teil des Marktes ansprechen und gleichzeitig deine Markenbekanntheit und -treue steigern, sobald das Einführungsangebot endet. 
Ein gutes Beispiel sind die gebackenen Kartoffelchips von Lay's Stax. Das Unternehmen führte die neue Marke mit einer ähnlichen Verpackung, Form, Textur und einem ähnlichen Geschmack wie Chips der Marke Pringles ein. Zunächst unterbot Lay's Pringles, indem es seine Stax-Dosen für 0,69 US-Dollar verkaufte. Nachdem das Produkt Anklang fand, erhöhte Lay's den Preis auf ein ähnliches Niveau wie das der Konkurrenz.
Quelle: Lay's
Mit dieser Preisstrategie muss dein Unternehmen möglicherweise zunächst einen Einkommensverlust hinnehmen. Aber im Laufe der Zeit kann dir die Steigerung der Markenbekanntheit einen Vorteil verschaffen und du kannst deine Gewinne steigern. 
In manchen Fällen können Penetrationspreise jedoch dazu führen, dass Verbraucher deine Produkte als minderwertig empfinden, was dem Ruf deiner Marke schaden könnte. Sobald du jedoch einen Marktanteil gewonnen hast, kannst du deine Preise erhöhen, um die Marktposition deines Produkts widerzuspiegeln.
💡Eine Penetrationspreisstrategie ist sinnvoll, wenn:
  • du ein neues Produkt auf einem gesättigten Markt einführen willst,
  • du deinen Marktanteil und deine Markenbekanntheit steigern möchtest und
  • du kurzfristige Einkommensverluste in Kauf nehmen kannst.

5. Psychologische Preisgestaltung

Du begegnest der psychologischen Preisgestaltung bei jedem Supermarktbesuch. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, warum viele Preise auf einer ungeraden Ziffer wie 5, 7, oder 9 enden – also 9,99 € statt 10 €. 
Marken nutzen diese Art der Preisstrategie, um die Kaufgewohnheiten der Kunden zu beeinflussen und den Umsatz zu steigern. Sie erfüllt das psychologische Bedürfnis eines Kunden, der glaubt, ein gutes Geschäft zu machen, Geld zu sparen oder in hochwertige Produkte oder Dienstleistungen zu investieren.
Durch die psychologische Preisgestaltung erscheint ein Artikel in den Augen des Kunden erschwinglicher. Er denkt, dass du jeden möglichen Cent vom tatsächlichen Preis gekürzt hast, was Impulskäufe auslöst.
Quelle: Belleze
Der Möbelhersteller Belleze zum Beispiel nutzt die psychologische Preisgestaltung für seine stilvollen, hochwertigen modernen Möbel als Marketingstrategie und signalisiert seinen Kunden gleichzeitig, dass sie gute Möbel zu einem guten Preis bekommen. 
Neben der ungeraden/geraden Preisgestaltung gibt es noch weitere Formen der psychologischen Preisgestaltung:
  • Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) als Anker verwenden: Zeige die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers neben deinem niedrigeren Preis an, um den Kunden das Gefühl zu geben, dass sie bei einem Artikel gespart haben. Beispielsweise könntest du eine 40%-Rabatt-Aktion durchführen. Ein Topf mit einer UVP von 259 Euro kostet also am Ende nur 155,40 Euro.
  • Ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugen: Nutze künstliche Zeitbeschränkungen, um Kunden dazu zu bewegen, schnell einzukaufen, bevor ihre Favoriten ausverkauft sind oder der Verkauf endet. Beispiele hierfür sind Frühbucherrabatte oder Wochenaktionen. Du kannst auf der Website einen Countdown-Timer hinzufügen, um den Kunden das Gefühl zu geben, dass das Ende naht.
  • Verwendung von 2-für-1-Aktionen: Kunden haben das Gefühl, ein besseres Angebot zu bekommen, wenn man ihnen mehr für scheinbar weniger gibt. Biete den Kunden attraktive Optionen wie beispielsweise zwei Artikel zum Preis von einem oder den zweiten Artikel für 20 % Rabatt usw.
  • Preise anders anzeigen: Die Art und Weise, wie die Preise aussehen, ist wichtig. Abhängig von deiner E-Commerce-Plattform, kannst du die Darstellung der Preise in deinem Shop ändern, um das Kaufverhalten der Kunden zu beeinflussen. Du könntest beispielsweise das Eurozeichen oder die Cents entfernen und die Zahl auf zwei statt vier Ziffern reduzieren, zum Beispiel 14 € statt 14,00 €.
  • Nutzung von Pauschalpreisen: Pauschalpreise sind leichter vorhersehbar und wirken stabiler, obwohl sie teurer sind. 
Achtung: Psychologische Preisgestaltung funktioniert nicht immer. Manchmal empfinden Kunden es als eine Täuschung oder einen Trick, der das Vertrauen in die Marke verspielt.
💡Eine Psychologische Preisgestaltung ist sinnvoll, wenn:
  • du Konsumgüter verkaufst, die impulsive oder emotionale Käufe auslösen,
  • du Aktionen und Rabatte anbieten kannst,
  • du eine breite und preisbewusste Kundenbasis ansprichst und
  • du den wahrgenommenen Wert und die Erschwinglichkeit deiner Produkte steigern willst.

6. Rabattpreise

Deutsche Verbraucher lieben ein gutes Schnäppchen und viele sammeln mit Leidenschaft Treuepunkte. 
Ob in guten oder schlechten Zeiten, das Anbieten von Rabatten kann deinem Unternehmen zugutekommen, insbesondere wenn du treue Kunden gewinnen und binden möchtest. Du kannst auch eine preisbewusstere Kundengruppe gewinnen, indem du mehr Besucher in deinen Webshop lockst und gleichzeitig alten, unverkauften oder nicht in der Saison befindlichen Lagerbestand loswirst.
Die Brillenmarke Kyloe bietet beispielsweise einen kostenlosen Versand und 2-für-1-Rabattaktionen für seine polarisierten Sonnenbrillen an.
Quelle: Kyloe
Außerdem verschenkt das Unternehmen Zubehör passend zum ausgewählten Artikel und bietet Erstkundenrabatte an. 
Einige Unternehmen entscheiden sich auch für gestaffelte Rabatte für treue Kunden, um den Customer Lifetime Value zu steigern. Andere hingegen bieten ihren Kunden personalisierte Produktempfehlungen mit einem Rabattcode an.
„Ein bedeutender Zeitpunkt, an dem wir unsere Preisstrategie angepasst haben, war während eines großen Wirtschaftsabschwungs“, erzählt Toby Dao, Marketingmanager bei Tigren. „Wir erkannten, dass unsere Kunden in dieser Zeit preissensibler waren und entschieden uns für mehr Rabattangebote und Pakete. Damit konnten wir trotz des schwierigen Wirtschaftsklimas unser Umsatzvolumen und unsere Kundentreue aufrechterhalten.“
💡Ein zu häufiger Preisnachlass hat jedoch negative Folgen:
  • Deine Kunden könnten dein Produkt mit einer vermeintlich geringeren Qualität assoziieren. 
  • Deine Marke könnte den Ruf eines Schnäppchenhändlers bekommen.
  • Du könntest Verbraucher davon abhalten, deine Produkte zum regulären Preis zu kaufen.

7. Dynamische Preisgestaltung

Dynamische oder sprunghafte Preise gibt es beispielsweise seit den 1980er Jahren, insbesondere in der Reise- und Gastgewerbebranche. 
Bei diesem Preismodell passen Unternehmen die Preise ihrer Produkte oder Dienstleistungen an die sich ändernde Nachfrage an. Fluggesellschaften ändern beispielsweise ihre Sitzplatzpreise je nach Sitzplatztyp, Zeit bis zum Abflug und verbleibenden Sitzplätzen. Das ultimative Ziel einer dynamischen Preisgestaltung? Sie wollen den Gewinn maximieren, indem sie in Zeiten der Spitzenauslastung mehrere Preisoptionen anbieten.
„In einem früheren E-Commerce-Startup implementierten wir eine dynamische Preisgestaltung, was äußerst effektiv war“, so Josh Amishav, Gründer und CEO von Breachsense. „Wir passten die Preise in Echtzeit basierend auf Faktoren wie Nachfrage und Wettbewerb an. Mit dieser Strategie konnten wir unseren Umsatz maximieren, da wir die Preise in Spitzenzeiten anhoben und in ruhigeren Perioden senkten.“
Uber nutzt eine dynamische Preisstruktur, um sicherzustellen, dass immer genügend Fahrer für alle Fahranfragen zur Verfügung stehen und die Kunden einfach und schnell Fahrten buchen können. 
Eine Fahrt an einem Freitagabend ist möglicherweise teurer als dieselbe Fahrt an einem Mittwochvormittag. Der dynamische Preisalgorithmus von Uber passt die Tarife basierend auf Faktoren wie Entfernung, Zeit, aktueller Kunde-zu-Fahrer-Nachfrage und Verkehr an. Daher kann es zu vorübergehenden Preiserhöhungen kommen, insbesondere während der Hauptverkehrszeiten. 
Uber-Fahrer erfahren, wann Nachfrage und Preise in einer bestimmten Stadt steigen. Die App ändert die Farbe für die jeweilige Nachbarschaft von orange (geringere Verdienstmöglichkeiten) zu dunkelrot (größere Verdienstmöglichkeiten).
Sobald mehr Uber-Fahrer unterwegs sind und Fahranfragen entgegennehmen, nimmt die Verbrauchernachfrage ab und der Preis normalisiert sich wieder.
Es gibt verschiedene Arten der dynamischen Preisgestaltung:
  • Zeitbasiert: Unternehmen passen ihre Preise entsprechend der Nachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Beispiele hierfür sind Hauptverkehrszeit, Lieferung am selben Tag und Vorausbuchung von Tickets.
  • Segmentiert: Hierbei legen Unternehmen unterschiedliche Preise für dasselbe Produkt fest, basierend auf seinem wahrgenommenen Wert für verschiedene Zielgruppensegmente. Beispiele hierfür sind Flugtickets für die Economy Class im Vergleich zur Business Class sowie VIP-Tickets im Vergleich zu regulären Tickets bei Veranstaltungen.
  • Spitzenzeiten: Dieses Modell kommt zum Einsatz, wenn die Nachfrage während einer bestimmten Saison oder eines bestimmten Monats steigt. Beispiele hierfür sind Weihnachtseinkäufe, Eintrittskarten für große Musik- oder Sportveranstaltungen oder Flugtickets für Urlaubsreisen.
Doch nicht alle Unternehmen können von der dynamischen Preisgestaltung profitieren. Restaurants und Hersteller verwenden beispielsweise statische Preise, unabhängig vom Umsatzvolumen oder der Anzahl der Kunden. Auch kleine Webshops haben nicht die technische Kapazität, um ihre Preise in Echtzeit anpassen zu können.

So findest du die beste Preisstrategie für deinen Webshop

Die für deinen Webshop gewählte Preisstrategie sollte die größtmögliche Rendite bieten und gleichzeitig den Wert deines Produkts auf einem akzeptablen Niveau halten.
Wir empfehlen dir die folgenden sechs Schritte, um herauszufinden, welche Option für dein E-Commerce-Unternehmen am besten funktioniert: 
  1. Definiere deine kommerziellen Ziele: Entscheide, welche Ziele du mit deiner Preisgestaltung erreichen willst. Geht es darum, den durchschnittlichen Bestellwert und die Gewinnspanne zu erhöhen? Oder möchtest du bestehende Kunden binden, neue gewinnen oder überschüssige Lagerbestände abbauen?
  2. Analysiere deine Kosten: Addiere alle Kosten, die mit der Markteinführung deines Produkts oder deiner Dienstleistung verbunden sind. So stellst du sicher, dass du jederzeit Gewinne machst. Dazu gehören die Kosten für verkaufte Waren, Produktion, Verpackung, Werbung und Versand. 
  3. Recherchiere deine Konkurrenten: Neben der Erstellung eines Businessplans musst du auch wissen, was die Konkurrenz für ein ähnliches Produkt oder eine ähnliche Dienstleistung verlangt. Passe deine Preise dann entsprechend an, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Apps wie Prisync können die Preise deiner Mitbewerber verfolgen und überwachen und dir eine dynamische Preisgestaltung ermöglichen.
  4. Identifiziere deine Kunden: Kenne deine Zielgruppe und finde heraus, was diese für das Produkt oder die Dienstleistung zahlen würden. Betrachte ihr verfügbares Einkommen, um festzustellen, ob sie preissensibel sind oder für bestimmte Artikel ein höheres Budget haben.
  5. Finde dein Wertversprechen: Finde heraus, was dein Unternehmen von anderen unterscheidet, und welche Preisstrategie deinen einzigartigen Wert angemessen widerspiegelt.
  6. Beauftrage einen Experten: Das Erstellen einer Preisstrategie kann ein komplexer Prozess sein, insbesondere wenn du damit noch gar keine Erfahrung hast. Beauftrage eventuell einen E-Commerce-Experten mit der Durchführung von Marktforschungen und der Analyse des Markt- und Verbraucherverhaltens, der Bewertung deiner festen und variablen Kosten und der Überwachung der Preise deiner Wettbewerber.

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Es gibt keine Zauberformel für die Festlegung der richtigen Preisstrategie. Nicht jedes Modell funktioniert für jedes E-Commerce-Unternehmen. Nimm dir die Zeit, um herauszufinden, was für dein Produkt oder deine Dienstleistung, deine Marketingstrategie und deine Zielgruppe funktioniert. 
Auf Fiverr, einem führenden digitalen Marktplatz für Freelancer, findest du erfahrene freiberufliche E-Commerce-Spezialisten und Unternehmensberater in den Bereichen Marktforschung, Datenanalyse und mehr. Sie können dich tatkräftig bei der Entwicklung und Umsetzung einer effektiven Preisstrategie unterstützen.
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Elsier Otachi

Elsier writes data-driven content for tech-led brands and SaaS companies that gets them noticed online and truly delivers value.